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"Die GDT Jugend in Lünen 2009" oder auch "In 18 leichten Schritten zum scharfen Vorschau-Thumbnail"


 Einige Monate sind nun schon seit der offiziellen Gründung der GDT Jugendgruppe durch Sebastian Erras und mich vergangen und entsprechend groß war unsere Erwartungshaltung an das Festival in Lünen. Per Email hatten wir mit allen potentiellen, aktiven Mitgliedern Kontakt aufgenommen und geplant uns auf dem GDT Naturfotofestival in Lünen 2009 zum ersten mal persönlich zu treffen. Eine definitive Zusage hatten wir von insgesamt vier GDT Jugendgruppen Mitgliedern erhalten. Dazu hatten sich auch noch einige junge GDT Anwärter angekündigt, die sich uns anschließen wollten, um mehr über die Inhalte und die Bewerbungsformalitäten der GDT zu lernen.


Ich selbst konnte auf Grund von universitären Verpflichtungen erst Samstags anreisen und daher erst später zur Gruppe stoßen. Die ersten Berührungsängste waren jedoch schnell überwunden und so hatte sich bereits in der zweiten Vortragspause die Gruppe zusammengefunden, die auch den Rest des Wochenendes miteinander verbringen würde. Zu den anwesenden GDT Jugendgruppenmitgliedern zählten Sebastian Erras, Radomir Jakubowski, Nicolas Persch und ich selbst. Zu uns gesellt hatten sich unter anderem Ellen Schweitzer, Jan-Petri Helge, Eike Mross und Michael Becker. Außerfotografischen Gesprächsstoff gab es aufgrund unserer quer durch Deutschland verteilten Heimaten und unterschiedlichen Berufen und Studiengängen genug, doch auch Fragen wie "Wo liegen deine fotografischen Schwerpunkte?" oder "Wie kamst du auf Fotografie?" kamen auf und wurden immer wieder zwischen den Vorträgen diskutiert.

Als besonderes Highlight hatten Sebastian und ich uns spontan entschlossen ein Interview mit Andy Rouse durchzuführen und ihn über seine Wurzeln in der Fotografie auszufragen. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an den sympathischen Andy Rouse, der sich sofort Zeit für uns nahm und mit großer Geduld unsere Fragen weit über unsere Erwartungen hinaus beantwortete. Das Interview wird, sobald wir mit dem Abtippen der Tonaufnahme fertig sind, auf der GDT Jugendseite veröffentlicht. 


Ein weiterer wichtiger Punkt auf der Jugendgruppen Agenda war die Beratung über unser aktives Mitwirken am GDT Naturfotofestival 2010. Für das nächstjährige Festival haben wir seitens des GDT Vorstandes bereits eine Zusage für einen Slot im Vortragsprogramm sowie eine kleine Bilderausstellung erhalten. Die Pause Samstags Nachmittags nutzten wir also dafür, um Ideen für die Ausstellung und den Vortrag zu sammeln und darüber zu diskutieren, wie unsere gemeinsame Kommunikation in Zukunft noch effektiver ablaufen könnte. Wir einigten uns darauf, dass ein gemeinsames Diskussionsforum eine geeignete Plattform hierfür sei. 

Da niemand der Jugendlichen eine Buffet Karte für den Samstag Abend gebucht hatte, entschieden wir uns gemeinsam in der Lünener Innenstadt nach einem Restaurant zu suchen. Nachdem wir einige Zeit ziellos und auf gut Glück durch die Stadt gelaufen waren mussten wir jedoch feststellen, dass selbst eine viel versprechende Pizzeria bereits überfüllt war und wir daher umdenken angesagt war.  Passanten empfohlen uns das Café Extrablatt, welches entgegen seines Namens auch warme Speisen servierte. So verbrachten wir in gemütlicher Runde einen amüsanten Abend an dem wir bei einem kalten Bierchen über die Vorträge diskutierten. Dabei wurde schnell klar, dass eine gesunde Gruppendynamik vorlag und alle einen ähnlichen Humor teilten. Besonderes Highlight waren unter anderem die Ideen an einem der vielen Fotostände des Festivals zu fragen, ob diese auch 400 ASA Speicherkarten verkaufen würden und die Reaktion des Verkäufers abzuwarten oder auch einen GDT Jugendgruppen Blog zu starten, indem Radomir erklären könnte, warum er der Meinung ist, dass die neue Canon 7D bei niedrigen ISO Werten viel zu stark rauscht. Gegen 22 Uhr verließen wir dann das Lokal Richtung Parkplatz. Der Weg zurück war jedoch schwieriger als zunächst angenommen, da sich niemand von uns wirklich gemerkt hatte wie wir wieder zurück laufen mussten. Glücklicherweise trafen wir während unseres Umherirrens durch die Innenstadt auf andere Festivalbesucher (an dieser Stelle noch einmal vielen Dank), die uns unter breitem Grinsen den Weg zurück wiesen. So wurde die Stadt Lünen und die GDT von der Zeitungsüberschrift "Naturfotojugend der GDT in Lünen verschwunden und erfroren aufgefunden!" verschont. 


Angekommen in der Jugendherberge konnte ich dann zum ersten Mal das winzige Zimmer begutachten. Winfried Wisniewski hatte uns beim Verlassen des Festivals noch kurz belächelt und gemeint, er hätte als junger Fotograf ähnliche Unterkunftssituationen durchlebt.

Aus diesem Grund nahmen wir den kleinen Gang zwischen den viel zu kurzen und schmalen Hochbetten sportlich. Doch an Schlafen war noch lange nicht zu denken. Radomir hatte angekündigt, dass er allen Interessierten zeigen würde, wie man in Photoshop in 18 Einzelschritten ein scharfes JPEG-Vorschaubild generieren kann.

Während also Sebastian als erster der Lektion folgte zeigte der Rest der Gruppe eigene Bilder aus den USA und Island, die später von Radomir durch beeindruckende Aufnahmen aus seinem Urlaub in Norwegen ergänzt wurden. Hierbei ergriff er erneut die Chance uns den Unterschied zwischen seiner 18-Schritt Schärfungsmethode und "Unscharf Maskieren" zu zeigen. Ob das Ergebnis den Aufwand rechtfertigt musste dabei jeder für sich selbst entscheiden :o). 


Erste Müdigkeit schlich sich dann gegen 0:30 Uhr ein und gegen 1:00 Uhr lagen dann wirklich alle Jugendlichen in den Betten. Michael gab uns nun noch einige lustige Einblicke in die Gefahren des Naturfotografenleben, die insbesondere dann entstehen, wenn es zu physischen Auseinandersetzungen an Aussichtsplattformen wie der Luchskanzel im Bayrischen Wald kommt. Doch auch Radomir sorgte mit seinem Kommentar über den aktuellen Fotomarkt und Entwicklungen in der Naturfotografie für Muskelkater im Zwerchfell.


Die folgende Nacht wurde einige Male durch das Schnarchen gewisser Personen unterbrochen, die wir an dieser Stelle nicht öffentlich an den Pranger stellen möchten. Es muss jedoch gesagt werden, dass es nicht die Alten unter den Jungen waren, die Schwierigkeiten mit ihren Atemwegen hatten! :o) Morgens sorgte dann Michael erneut für Aufsehen, als er uns panisch berichtete, dass wir verschlafen hätten. Glücklicherweise hatte er (wie wahrscheinlich viele andere auch) nur vergessen, seine Uhr umzustellen. 


Nach dem Frühstück kam dann allerdings doch noch allgemeine Hektik auf, als um 8:30 Uhr weder die Zimmer geräumt, noch die Herberge bezahlt und alle Herbergsausweise ausgestellt waren. Gegen 8:50 Uhr fuhren wir dann gemeinsam Richtung Hansesaal um gegen ca. 9:03 Uhr hektisch in den Vortragssaal einzulaufen.

In der ersten Pause am Morgen standen wir dann alle nocheinmal gemeinsam beisammen und die ersten Jugendlichen verabschiedeten sich Richtung Heimat, da teils noch weite Strecken überwunden werden mussten. Bevor jedoch alle Ihrer eigenen Wege gingen nutzten wir noch einmal unsere Chance uns als Gruppe zu präsentieren. Gemeinsam mit drei Jugendlichen handelten wir einen Paket-Deal am Globell Stand aus, wo wir Monitor Kalibriergeräte zu einem sehr guten Preis erstehen konnten :o). 

Die graduelle Auflösung der Gruppe führte sich dann nach und nach weiter fort, so dass ich gegen 16:40 Uhr als letzter Vertreter der GDT Jugendgruppe das Festivalgelände verließ. Auch wenn es Schade war, dass ein wirklich wunderschönes Festival wieder einmal zu Ende ging, blieb doch das gute Gefühl, das ich in der Interaktion mit den anderen Jugendlichen bekommen hatte. Ich denke, dass die Jugendgruppe auf einer guten Basis aufgestellt ist, mit sehr interessanten und begabten Menschen und hoffe, dass wir sehr bald noch weitere Leute in unseren Reihen begrüßen dürfen. Wir haben jedenfalls die Werbetrommel bei den Anwärtern weiter gerührt und gehen davon aus, dass der Vorstand der GDT in naher Zukunft noch einige Vollmitgliedschaftsanträge junger Fotografen in den Händen halten wird. 


Nun freuen wir uns sehr auf die gemeinsame Aufbauzeit, die vor uns liegt und die Chancen, die uns die GDT auf dem Festival 2010 eingeräumt hat. An dieser Stelle möchten wir uns für das entgegengebrachte Vertrauen der GDT recht herzlich bedanken.  Abschließend bleibt zu sagen, dass mit der GDT Jugendgruppe in Zukunft zu rechnen ist. An Talent und Selbstbewusstsein mangelte es den Mitgliedern meiner Meinung nach nämlich auf keinen Fall. Natürlich können Sie sich davon auch selbst auf der Website der Jugendgruppe überzeugen (http://www.gdtfoto.de/jugendgruppe/). Wir sehen uns also sicherlich im nächsten Jahr und wünschen allen Naturfotobegeisterten bis dahin allzeit gutes Licht! 


Es grüßt Sie,

Stefan Christmann


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